Unsere Voranzucht platzt aus allen Nähten!

Die im Januar ausgesäten und im Februar pikierten ersten Chilis, Physalis und Paprika haben sich prächtig entwickelt. Sie sind gesund, stabil und entwickeln sich wunderbar. Inzwischen hatten wir erneut Chilis, Physalis, Paprika und noch Auberginen ausgesät. Diese kleinen Keimlinge wollen also jetzt auch in Töpfchen pikiert werden, um nährstoffreichere Erde und mehr Platz zu erhalten.

Jetzt standen wir vor einem Problemchen. Alle diese Nachtschattengewächse mögen es warm, also mindestens 10°C, und vorallem brauchen Sie viel, viel Licht. Deshalb stehen sie in unserer Wohnung (20°C) unter Kunstlicht. Wohin also mit den Pflanzen?

Wir haben sie nun ins Anlehngewächshaus gebracht, wo auch die Salate, Frühlingszwiebeln, Kohlrabis und anderen Kulturen stehen. Dort wird es nachts zwar ab und zu mal unter 10°C kühl, was für die Nachtschatten nicht so ideal ist. Sie werden im Wachstum stagnieren, aber hoffentlich keinen Schaden nehmen. Es ist eine Notlösung, da es im Moment leider einfach nicht anders geht. Wir haben sie noch einmal mit einer Schutzfolie innerhalb des Gewächshauses abgedeckt. Das soll hoffentlich helfen, nachts die Wärme noch etwas länger zu halten.

In der Zwischenzeit schnappte sich Kerstin die Anzuchtplatten und setzte sich auf der Bannmühle in die Werkstatt neben dem großen Sack Anzuchterde. In einer Schubkarre mischte sie einen Teil Kompost mit einem Teil Anzuchterde und topfte die besten, schönsten und gesündesten Keimlinge behutsam um.

Am Ende entstanden so 8 schwarze Kisten mit jeweils 24 Töpfchen, also 264 neue Pflanzen, die jetzt irgendwie nach Hause unter die Lampen geschafft werden mussten. (Das fühlte sich wie Umzug an, denn die Lampen hängen im 3. Stock unterm Dach!)

Die alten Anzuchtplatten mit den Keimlingen, die nicht so gesund waren oder einfach nur zuviel, musste Kerstin wegschmeißen. Es brach ihr zwar das Herz, aber was hätte sie tun sollen? Ohne Wärme und Licht würden sie sowieso nicht weiterwachsen, und diese 8 neuen Kisten würden die Anzuchtstation eh schon strapazieren…

So ist das eben im Leben eines Gärtners. Nimm nur die kräftigsten Pflanzen, der Rest kommt weg. Daran muss man sich gewöhnen. Das Gute an dieser Art des „Wegschmeissens“ ist aber, dass man als Gärtner genau weiß, wie man aus Pflanzenresten wieder Kompost macht, und damit fruchtbare Erde. So lässt es sich verschmerzen.

Die 8 Kisten haben Marcel und Kerstin zu Hause gerade so untergebracht. Da wurde alles noch einmal neu verkabelt und die Lampen höher gehangen. Und wenn man die kleinen Babys da so sieht, geht einem doch das Herz auf, oder? =)