Ende März war es mal wieder so weit! Dank der Hilfe fleißiger Freiwilliger hatten wir das nächste Stück Anbaufläche durchgekämmt und haufenweise Queckewurzeln herausgezogen. Nun konnten wieder zwei Streifen mit neuen Beeten angelegt werden. Das war auch dringend nötig, denn uns sitzt ja ständig die Anbauplanung im Nacken.

 

 

Beete anlegen und vorbereiten mit unserem Einachser

Marcel nutzt zum Beete Anlegen den Einachser mit dem Rotationspflug. Der zieht die Furchen, die später die Wege zwischen den Beeten werden, und häufelt die Beete so zu sagen von beiden seiten her auf. Darum sind sie ca. 15cm hoch.

Als nächstes wird Kompost auf die Beete aufgebracht. Schubkarrenweise. Dazu kommt Luzerneschrot und Hühnermistpellets als dünner Düngerstreifen auf den Kompost. Danach schnallt Marcel die Kreiselegge an seinen Einachser an. Die mischt Kompost und Düngergaben durch, und die Gitterwalze am Ende glättet die Beetoberfläche. Damit ist das Beet perfekt vorbereitet für sowohl Bepflanzung als auch das Säen mit der Saatmaschine (die nämlich nicht gut funktioniert in huckeliger Erde).

 

Das haben wir bisher ausgepflanzt und ausgesät:

 

 

Im Folientunnel

Wenn man gebrauchte Sachen günstig kriegt, spart man richtig Geld. Wir hatten wirklich Glück, dass wir von einer Kräutergärtnerei in Staudernheim zwei tolle, große Anzuchttische für ’nen Appel und ’nen Ei erhalten haben. Hier steht nun Marcel stolz hinter dem Tisch mit den Nachtschattengewächsen Tomaten, Paprika, Chili und Physalis. Hinter ihm gibt’s dann noch einen Tisch mit Aussaatschalen voller Stangen- und Knollensellerie, Brokkoli, Blumenkohl, Kohlrabi, dicke Bohnen, Kopfsalate und rote Zwiebeln. Tagsüber öffnen wir den Tunnel, weil es ja schon ganz schön warm wird. Nachts schützen wir die Nachtschattengewächse mit einer extra Schicht Folie über dem Tisch, damit die Temperaturen nicht unter 5°C sinken. Das schadet nämlich dem Wachstum der Pflanzen. Ansonsten sieht es in unserem Folientunnel noch etwas chaotisch aus, weil die Lagerregale fehlen. Jetzt liegt noch alles auf dem Boden herum, was sich demnächst noch ändern soll.

 

 

Gärtneralltag

Jeden Tag beginnen wir Gärtner damit, das Frostschutzflies von den Beeten zu holen, und jeden Tag beenden wir mit dem Zudecken der Pflanzen. Das schützt nicht nur vor Frost, sondern auch vor Rehen. Denn bevor wir größere Ernteausfälle zu verzeichnen haben, schützen wir lieber unsere Pflanzen. Sobald die ersten Wildtiere wissen, wo es frischen Salat und junge Kohltriebe zu knabbern gibt, haben wir ein Erntemengenproblem. Wir hoffen, dass wir uns langfristig dafür irgendeine Lösung einfallen lassen können.

Anfängerfehler

Hier mal ein paar unserer Anfängerfehler: Die ersten Jungpflanzen, die ins Freie gepflanzt wurden (Kopfsalat, Spitzkohl und Kohlrabi), haben ihre erste Nacht Frost zwar nicht so gut überstanden, aber wir hatten zum Glück noch Setzlinge übrig, die wir dann zum Lücken Füllen nehmen konnten. Mittlerweile erholen sie sich wieder, sind aber zwei Wochen zurück geblieben. Die Zwiebeln in den Aussaatschalen bekommen gelbliche Blätter. Wir vermuten Nährstoffmangel und haben sie gedüngt. Beim Sellerie hatten wir nicht auf dem Schirm, dass das ein Lichtkeimer ist. Zum Glück fanden wir das gleich einen Tag später, nachdem wir die Anzuchtplatten eingesät hatten, heraus. Also haben wir gleich noch mal drübergesät, die Samen nur leicht angedrückt und mit Vermikulit bestreut. Das saugt sich mit Feuchtigkeit voll, somit bleibt dieser oberste Zentimeter feucht, damit die Samen keimen können. Ansonsten gibt’s nur noch von den Nachtschattengewächsen zu berichten, dass wir sie einen Tag lang im Gewächshaus vergessen hatten. Dort standen sie unter einer zweiten Lage Folie. Die Pflanzen schwitzen, es wurde richtig heiß und sie bekamen Sonnenbrand. Bei einer handvoll Pflanzen starb die obere Triebspitze ab. Jetzt treiben sie aber aus den Blattachseln wieder neu aus, und setzen dann halt 4 Wochen später Früchte an. Ist vielleicht gar nicht so schlimm, wenn sich das Erntefenster somit etwas vergrößert.

 

 

Ansonsten läuft alles rund. Der Aufbau dauert halt seine Zeit, also Unkraut jäten, Beete anlegen, Folientunnel einräumen und Bewässerung installieren. Und danach dann das Hühnermobiel bauen. Von der Wasch- und Packstation ganz zu schweigen…

Lieben Dank noch mal an alle Mitglieder, die bisher mitgeholfen haben und künftig noch mit helfen und mit gestalten wollen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit  =)